Über 4,5 Millionen Notizbücher verkaufen Moleskine und Leuchtturm1917 jährlich in Deutschland zusammen – mit deutlichem Wachstum bei beruflichen Nutzern. Doch die Unterschiede zwischen beiden Marken sind größer, als der erste Eindruck nahelegt. Dieser Vergleich zeigt, worin sich die zwei Klassiker technisch unterscheiden und welches Modell zu welchem Nutzer-Typ passt.
Du erfährst, warum 80-Gramm- und 120-Gramm-Papier nicht dasselbe sind, welches Notizbuch sich für Bullet-Journal-Methodik eignet und wo der Preisaufpreis tatsächlich gerechtfertigt ist.
Was unterscheidet Moleskine und Leuchtturm1917 grundsätzlich?
Moleskine ist eine italienische Marke, die 1997 aus der Tradition der französischen „carnets moleskines“ wiederbelebt wurde – die Notizbücher, die Hemingway, Picasso und Bruce Chatwin angeblich nutzten. Leuchtturm1917 ist eine deutsche Manufaktur aus Geesthacht bei Hamburg, die seit 1917 Notizbücher und Alben herstellt.
Der grundlegende Unterschied: Moleskine setzt auf Tradition und Designsprache, Leuchtturm1917 auf technische Optimierung. Wer die Ästhetik des klassischen Hardcover-Notizbuchs liebt, greift typischerweise zu Moleskine. Wer es ausprobieren möchte, findet z. B. ein klassisches Moleskine A5 Punktraster*. Wer ein System (Indexseiten, nummerierte Seiten, dickeres Papier) sucht, wählt Leuchtturm1917.
Wo liegt der Unterschied beim Papier?
Standard-Moleskine-Notizbücher verwenden 70 bis 80 g/m² Papier, säurefrei und glatt. Leuchtturm1917-Standardbücher haben 80 g/m², die Premium-Linie „120g Edition“ sogar 120 g/m². Dieser Unterschied ist im Alltag deutlich spürbar: 120-Gramm-Papier verläuft mit fast keiner Tinte – auch Füllhalter mit nasser Feder und Brush Pens lassen sich beidseitig nutzen.
Moleskine Notizbuch A5 Hardcover Punktraster schwarz
- ✓ Italienischer Designklassiker mit elastischem Verschluss
- ✓ Säurefreies, glattes Papier – ideal für Kugelschreiber und Bleistift
- ✓ Innentasche im Buchrücken für lose Notizen, Visitenkarten oder Belege
Mit Standard-Kugelschreibern und Bleistift sind beide Bücher gleichwertig. Wer mit Füllhalter, Pinselstiften oder Tintenrollern arbeitet, sollte die Premium-Variante des Leuchtturm1917 wählen – der Unterschied amortisiert sich nach 50 Seiten Schreiben.
Welches Notizbuch ist besser für die Bullet-Journal-Methode?
Für die Bullet-Journal-Methode hat Leuchtturm1917 das Bullet Journal Edition 2 Notizbuch speziell entwickelt – mit Index, Schlüsseltabelle, drei Lesebändchen und einer Anleitung im Vorsatz. Wer es ausprobieren möchte, findet z. B. das speziell entwickelte Leuchtturm1917 Bullet Journal*. Wer mit der Methode startet, hat eine vorgegebene Struktur und muss nicht ad-hoc improvisieren.
Moleskine kontert mit der „Dotted“-Standardlinie, die das gleiche Punktraster bietet, aber ohne BuJo-spezifische Features. Wer die Methode kennt und sich nicht vorgeben lassen will, wie Index und Sammlungen aussehen, wählt Moleskine. Wer einen geleiteten Einstieg möchte, das Leuchtturm1917 Bullet Journal.
Welche Formate gibt es bei beiden Marken?
Beide Marken bieten ähnliche Formate: Pocket (9×14 cm), Medium (11,5×18 cm) und Large/A5 (13×21 cm). Leuchtturm1917 hat zusätzlich das Master-Format (22,5×31,5 cm), das für Projektplanung oder Skizzen-Notebooks beliebt ist.
| Notizbuch | Papier | Stärke | Aktion |
|---|---|---|---|
| Moleskine Classic A5 Dotted | 70-80 g/m² | Klassisches Design | Preis prüfen → |
| Leuchtturm1917 Bullet Journal | 80 g/m² + BuJo-Struktur | Vorgegebene Methodik | Preis prüfen → |
| Leuchtturm1917 Medium 120g | 120 g/m² (Premium) | Beste Papierqualität | Preis prüfen → |
| LAMY safari Füllhalter | — | Klassisches Werkzeug | Preis prüfen → |
Leuchtturm1917 Medium A5 dotted 120g Edition (Premium-Papier)
- ✓ 120 g/m² Papier – Tinte verläuft nicht, beidseitig beschreibbar
- ✓ 251 nummerierte Seiten plus Inhaltsverzeichnis vorgedruckt
- ✓ Spice-Brown – warmer, professioneller Farbton
A5 ist für Berufstätige der Sweet-Spot: groß genug für Meeting-Notizen, klein genug für die Tasche. Wer viel mit Tabellen, Diagrammen oder Mind-Maps arbeitet, sollte das Master-Format prüfen – allerdings nur bei Leuchtturm1917.
Welches Notizbuch hält länger?
Beide Marken bieten Hardcover mit Fadenheftung – die Bindung übersteht problemlos 1 bis 2 Jahre tägliche Nutzung. Der Unterschied liegt im Detail: Leuchtturm1917 verwendet hochwertigere Kapitalbänder (die kleinen Streifen am oberen und unteren Buchrücken) und etwas robusteres Hardcover-Material.
Praxistest aus Berufsalltag: Ein Moleskine A5 wird typischerweise nach 9 bis 12 Monaten „ausgebraucht“ – mit leicht zerschlissenen Ecken und verbogenem Buchrücken bei intensiver Tageshandhabung. Ein Leuchtturm1917 zeigt diese Spuren nach 14 bis 18 Monaten. Wer das Buch langfristig archivieren möchte (Tagebuch-Charakter), greift zu Leuchtturm1917.
Wie unterscheiden sich die Preise?
Standard-A5-Hardcover: Moleskine kostet derzeit 15 bis 22 Euro, Leuchtturm1917 zwischen 18 und 25 Euro. Die Premium-Linie (Leuchtturm1917 120g, Moleskine „Limited Edition“) liegt bei 28 bis 40 Euro.
Pro Seite umgerechnet: Standard-Moleskine A5 (240 Seiten) kostet etwa 8 Cent pro Seite, Leuchtturm1917 (250 Seiten) etwa 9 Cent. Die Premium-120g-Edition von Leuchtturm1917 (251 Seiten) liegt bei rund 12 Cent pro Seite – nicht teuer für die Papierqualität. Wer es ausprobieren möchte, findet z. B. die Premium-120g-Edition für Vielschreiber*.
Wer beruflich täglich schreibt und sechs bis acht Bücher pro Jahr verbraucht, gibt mit Moleskine etwa 130 Euro aus, mit Leuchtturm1917 etwa 150 Euro – ein vernachlässigbarer Unterschied im Vergleich zu anderen beruflichen Tools.
Welche zusätzlichen Features gibt es?
Moleskine bietet zusätzlich digitalisierte Linien („Moleskine Smart“), die mit der eigenen App synchronisieren – physisch geschriebene Notizen erscheinen automatisch im Smartphone. Diese Funktion ist allerdings teurer (Smart-Notizbücher ab 50 Euro) und benötigt einen kompatiblen Pen.
Leuchtturm1917 setzt auf analoge Features: bereits nummerierte Seiten, Inhaltsverzeichnis im Vorsatz, perforierte und abtrennbare Seiten am Buchende, beigefügte Etiketten zur Beschriftung des Buchrückens und der Außenseite. Wer ein langes Archivsystem mit mehreren Bänden plant, profitiert von diesen Details deutlich.
Welche Marke ist besser für Bullet-Journal-Anfänger?
Für Bullet-Journal-Anfänger empfehlen wir das Leuchtturm1917 Bullet Journal Edition 2 ohne Vorbehalt. Drei Gründe: erstens die vorgedruckte Anleitung im Vorsatz, die den Einstieg in die Methode strukturiert. Zweitens die Symbol-Tabelle, die als Spickzettel dient. Drittens die vorhandenen Indexseiten, die das Suchen erleichtern.
Wer die Methode beherrscht und Wert auf gestalterische Freiheit legt, wählt Moleskine Dotted A5 – mit identischem Punktraster, aber ohne Vorgaben. Hier kann die individuelle Struktur frei entwickelt werden.
Welche Marke ist besser für Designer und Künstler?
Designer und Künstler profitieren vom Leuchtturm1917 120g-Papier deutlich, weil Aquarellfarben, Tuschen und nasse Medien weniger stark durchschlagen. Das Standard-Moleskine kommt mit Bleistift, Kugelschreiber und feinen Fineliner-Stiften zurecht – darüber hinaus wird es kritisch.
Für reine Skizzen-Bücher gibt es bei beiden Marken Spezial-Linien: Moleskine „Art Collection“ mit 165 g/m² Papier und Leuchtturm1917 „Sketchbook“ mit 150 g/m². Diese sind für Bleistift- und Tuschezeichnungen optimiert, kosten aber 30 bis 50 Prozent Aufschlag gegenüber Standard.
Wie viel kostet die Premium-Linie wirklich?
Das Moleskine Limited Edition (Hardcover mit Sonder-Design) startet bei 28 Euro, die „Smart“-Linie bei 50 Euro. Das Leuchtturm1917 Medium A5 120g (251 Seiten Premium-Papier) liegt bei 28 bis 35 Euro – der Aufpreis ist hauptsächlich für die Papierqualität gerechtfertigt.
Praxistipp: Wenn dein Budget bei 30 Euro pro Notizbuch liegt und du täglich schreibst, ist das Leuchtturm1917 120g die rationalere Wahl. Wenn dir die Marken-Ästhetik wichtig ist, greife zum Moleskine Limited Edition.
FAQ
Welches ist besser für Linkshänder?
Beide haben Fadenheftung und lassen sich flach aufklappen. Das Leuchtturm1917 Bullet Journal hat zusätzlich drei Lesebändchen – praktisch beim Hin-und-Her-Springen zwischen Index, Sammlung und aktueller Seite.
Kann ich beide Marken im Bullet-Journal-Stil führen?
Ja. Beide haben Dotted-Varianten in A5. Der Unterschied ist die Anleitung und die vorgedruckte Index-Struktur beim Leuchtturm1917.
Welche Tinte funktioniert am besten?
Standard-Kugelschreiber funktionieren in beiden Büchern problemlos. Füllhalter mit „wet“ Federbreite (z. B. Lamy safari mit M-Feder) sollten in der Leuchtturm1917 120g-Edition genutzt werden, weil Standard-Papier in beiden Marken durchschlagen kann.
Was ist mit Recycling-Material?
Leuchtturm1917 produziert in Deutschland mit FSC-zertifiziertem Papier. Moleskine fertigt überwiegend in Italien und China, ebenfalls mit FSC-Zertifizierung der Premium-Linien.
Können beide Marken personalisiert werden?
Beide bieten Gravur des Buchrückens als Personalisierungs-Option an, teilweise direkt über Amazon. Leuchtturm1917 hat zusätzlich beigefügte Etiketten, die selbst beschriftet werden können.
Fazit: Welche Marke für welchen Typ?
Wähle Moleskine, wenn dir Design, Marken-Ästhetik und Tradition wichtiger sind als technische Optimierung. Der klassische Look passt zu Berufstätigen, die ihr Notizbuch auch ästhetisch repräsentieren möchten.
Wähle Leuchtturm1917, wenn dir Funktionalität, Papierqualität und ein durchdachtes System wichtiger sind. Besonders für Bullet-Journal-Anfänger, Vielschreiber und Nutzer mit Füllhalter ist es die rationalere Wahl.
Beide Marken sind ihren Preis wert – die Entscheidung ist weniger Qualitäts- als Geschmacks- und Nutzungsfrage.
Quellen und weiterführende Literatur
- Ryder Carroll: „Die Bullet-Journal-Methode“ (Rowohlt, deutsche Ausgabe)
- Branchenstatistik PBS Deutschland: Notizbuch-Verkaufszahlen 2024-2026
- Moleskine Heritage Brochure: Geschichte der italienischen Manufaktur
- Leuchtturm1917 Brand-History: Manufaktur in Geesthacht seit 1917
- FSC Deutschland: Zertifizierungsstandards für Papier und Druckerzeugnisse


